Modulumsetzung mit Blended Learning am Beispiel vom Studiengang Sport Management

Ausgangslage

Basis für das Modul „Sportsystem Schweiz“ (2 ECTS) bildete 2015 das 2. Kapitel aus einem Skript des Bundesamtes für Sport BASPO, welches unterdessen in Buchform (Hippolyt Kempf, Hans Lichtsteiner, 2016: Das System Sport – in der Schweiz und international) publiziert wurde.

 

1. Bestimmung Themenschwerpunkte und Lernaktivitäten

Aus den vorgegebenen Lerninhalten wurden in einem ersten Schritt die thematischen Schwerpunkte sowie mögliche Lernaktivitäten definiert.

Dazu dienten folgende Leitfragen:

Wie können die theoretischen Inhalte in eine Anwendung, in eine Handlung umgesetzt werden?

Wie kann ein theoretischer Inhalt mit der Praxis und/oder eigenen Erfahrungen der Studierenden in Bezug gebracht werden?

Wie können Lernergebnisse sichtbar gemacht werden, welches sind mögliche Outputs?

Welche Lernaktivitäten können sinnvollerweise im Präsenzunterricht und im Selbststudium eingesetzt werden?

Um die Übersicht zu verbessern und die Überlegungen zu visualisieren, wurde die Form eines Mind Maps gewählt (s. Abb. 1)

Alle Abbildungen bzw. Tools sind im originalen Dateiformat im Verzeichnis enthalten.


Abb 1. Mind Map Organisation des Schweizer Sports

 

2. Kompetenzprofil

Auf Basis dieser Darstellung wurde – unter Einbezug des Qualifikationsrahmens für den Europäischen Hochschulraum EQF (Abb. 2) – ein Kompetenzprofil (Abb. 3) erstellt.

Ausgehend von der Kompetenz, welche die Studierenden erreichen sollen, wurden die Voraussetzungen definiert, die diese mitbringen müssen, das angestrebte Lernziel und wie die Zielerreichung überprüft werden kann.

Die angestrebten Kompetenzen sowie die Voraussetzungen wurden den jeweiligen EQF-Levels zugeordnet, wobei logischerweise das Voraussetzungslevel unter dem angestrebten Kompetenz-level liegt.

Da „Sportsystem Schweiz“ ein Grundlagenmodul ist, werden maximal Kompetenzen auf Level 3 angestrebt (Kenntnisse von Fakten, Grundsätzen, Verfahren und allgemeinen Begriffen in einem Arbeits- oder Lernbereich) – am Ende eines Bachelorstudiums sollte Level 6 erreicht werden.


Abb.2: Qualifikationsrahmens für den Europäischen Hochschulraum EQF

 

Abb. 3: Kompetenzprofil

 


 

3. Hybrid Learning Model

Das Kompetenzprofil wird anschliessend umgesetzt in ein Zuordnungsgitter bzw. ein Hybrid Learning Model, in welchem beschrieben wird, welche Lernaktivitäten dem Präsenzunterricht und welche dem Selbststudium zugeordnet werden (Abb. 4).

Gleichzeitig wird definiert, in welcher Form der Anlass durchgeführt wird, welches die Rollen der Dozierenden und Studierenden ist, welche Ressourcen vorhanden sind und mit Hilfe welcher Tools die Lernaktivität auf Moodle unterstützt und begleitet werden könnte.

 

Abb. 4: Hybrid Learning Model

Für die Definition der Rollen der Dozierenden und Studierenden wurde das Mobile Learning Design beigezogen, welches für jeden der acht Aktivitätstypen die Aktivitäten für beide Seiten mit Verben beschreibt (Abb. 5).



Abb. 5: Mobile Learning Design


 

4. Blended Learning Struktur

Aufgrund des Zuordnungsgitters kann nun die Semesterplanung mit der detaillierten Kalkulation des Lernaufwandes erfolgen. Dieser errechnet sich wie folgt:

            2 ECTS-Punkte  x 30 Stunden Lernaufwand = 60 Stunden Lernaufwand

            davon 30% Präsenzunterricht = 18 Stunden bzw. Lektionen

            davon 70% Selbststudium = 42 Stunden

            20% des Gesamtlernaufwandes (12 Stunden) werden für eigenständiges Selbst studium
            und für die Prüfungsvorbereitung zur Verfügung gestellt.

            Damit bleiben 30 Stunden (42 Stunden – 12 Stunden), die für Aufträge, Aufgaben,
            Übungen etc. verplant werden können.

 

Zu beachten ist, dass die beiliegende Blended Learning-Struktur von 2016 stammt, während die anderen Dokumente schon etwas älter sind (2015).

 

Abb. 6: Blended Learning Struktur


Last modified: Wednesday, 1 May 2019, 8:36 AM